Mit dem Fahrrad unterwegs:
Es stärkt das Herz-Kreislauf-System, schont die Gelenke, baut Stress ab und lässt sich leicht in den Alltag integrieren: Radfahren. Die Tätigkeit ist hervorragend für Körper und Geist, gut für die Muskeln und die Lunge und hilft gegen körperliche Beschwerden und Einschränkungen. Da das Radfahren eine zugängliche Art der Bewegung ist, ist es für die meisten Menschen gut geeignet. In diesem Artikel werden wir die Gründe nennen, warum Radfahren so gesund ist und warum man öfter eine Tour mit dem Fahrrad machen sollte. Ein wichtiger Fakt: Radfahren ist gut, um viele Krankheiten zu verhindern! Es reduziert beispielsweise das Risiko von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem hat es auch eine positive Wirkung auf das Blut. Die Zusammensetzung Ihres Blutes ändert sich und durch die Bewegung und erhöhte Herzfrequenz beginnt es schneller zu fließen. Das sagt ein Doktorand des Leiden University Medical Center. Außerdem werden die Blutgefäße flexibler und stärker, da sie weniger schnell verengen.
Überdies ist Radfahren gut zum Entschleunigen, denn dabei ist es möglich, an etwas anderes zu denken. Lange Fahrten entspannen den Geist. Es wirkt sich auf den ganzen Körper und das Gefühl aus: Körper und Atmung kommen zur Ruhe. Während der Fortbewegung produziert der Körper bestimmte Substanzen wie Endorphine und Serotonin. Diese Stoffe sorgen für Glücksgefühle. Die Forschung zeigt, dass wir besser schlafen können, wenn wir jeden Tag ein wenig radeln. Wenn man 30 Minuten pro Tag Rad fährt, schläft man schneller ein und oft sogar eine Stunde länger. Indem man draußen und damit mehr am Tageslicht ist, kann man den natürlichen Schlafrhythmus besser wiederfinden. Sonnenlicht reduziert auch die Produktion des Stresshormons Cortisol, was ebenfalls zu einem guten Schlaf beiträgt.
Radfahren ist überdies eine sehr gute Möglichkeit, um zusätzliche Kilos zu verlieren. Wussten Sie, dass 10 Minuten Radfahren etwa 97 Kalorien verbrennen können? Das Radfahren ist ein schonendes Training, das die Gelenke kaum belastet, denn man macht sanfte und gleichmäßige Bewegungen. Selbst für Personen die etwas schwerer sind, ist es eine gute Lösung. Wichtig ist die richtige Sitzhaltung im Sattel: mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper. 15 bis 20 Grad Oberkörperneigung reichen, um die Spannkraft im Rücken zu erhalten und den Schwerpunkt über die Pedalposition zu bringen. Der größte Teil des Gewichts liegt dabei auf dem Sattel, sodass die Knie und Knöchel weniger belastet werden. Und: Radfahren gehört zu den rückenschonenden Aktivitäten. Es kräftigt die Rückenmuskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule durch Stärkung der kleinen Stützmuskeln um die einzelnen Wirbelkörper herum. So werden Verspannungen gelöst.
Wer Rad fährt, bringt nicht nur seinen Körper in Bewegung, sondern auch den Kopf. Es fördert die Durchblutung des Gehirns und verbessert die Sauerstoffversorgung. Es werden mehr Proteine produziert, um neue Gehirnzellen zu bilden. Darüber hinaus ermöglicht das Radfahren den verschiedenen Teilen unseres Gehirns, besser miteinander zu kommunizieren, was unsere kognitive Leistungsfähigkeit erhöht. Das bedeutet, dass sich diese Fähigkeiten, die mit dem Denken, dem Verstand, dem Intellekt und der menschlichen Fähigkeit zu wissen zu tun haben, verbessern.
Beim Radfahren benutzt man nicht nur Beine und Füße, um die Pedale zu drehen – sondern viele zusätzliche Muskeln, unter anderem zum Steuern, um im Gleichgewicht zu bleiben, um die Position zu halten und um zusätzliche Kraft zu erbringen. Mit einer regelmäßigen Fahrradtour arbeitet man optimal am Muskelaufbau. Wer nur eine halbe bis eine Stunde pro Tag radelt, baut eine gute Kondition und stärkere Muskeln auf.
Natürlich kann man alleine Rad fahren, aber es ist auch sehr schön, eine gemeinsame Radtour zu machen. Dabei kann man sich unterhalten, lachen und zuhören. Das beginnt oft schon auf dem Schulweg – oder sollte zumindest so sein. Kinder gehen oder fahren selten allein zur Schule. Wenn sie gemeinsam durch Wind und Wetter radeln, entsteht schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Um sich emotional gut zu entwickeln, ist es wichtig, soziale Kontakte zu haben. Eine Fahrradtour mit Freunden kann ihnen dabei helfen.
Radfahren ist sehr zugänglich. Weil es so einfach zu nutzen ist, kann man das Fahrrad auch schneller verwenden. So lassen sich Radtouren zu Zeiten einplanen, in denen man ohnehin unterwegs ist. Man bleibt in Bewegung, ohne dafür viel zusätzliche Zeit aufwenden zu müssen. Zudem kann man auch viel mehr Orte als mit dem Auto erreichen – insbesondere im urbanen Umfeld. Mit fast 40.000 Kilometern Radwegen in Deutschland gibt es für die meisten Menschen noch viele Orte zu entdecken. Und nicht nur hier! Die schönsten Ideen für Fahrradtouren zwischen Schweden und Sardinien sind in einem inspirierenden Reisebuch beschrieben (vgl. Buchtipp): einmal um Dänemarks Sonneninsel Bornholm radeln, von Wien aus durch die grünen Donau-Auen bis ins schmucke Bratislava rollen oder südfranzösisches Flair am Canal du Midi erleben. 25 entspannte Routen zwischen zwei und fünf Tagen laden dazu ein, unterschiedlichste Regionen Europas auf zwei Rädern zu entdecken. Dank detaillierter Karten, besonderer Tipps für Übernachtungen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten unterwegs und Erlebnisse vor Ort ist für eine unvergessliche Reise alles vorbereitet. Ob durch Natur oder kleine Städtchen, am Wasser entlang oder über Hügellandschaften – hier finden Genussradler die perfekte Entschleunigung.
Radfahren gibt ein wunderbares Gefühl von Freiheit, man kommt zur Ruhe und wer von der Arbeit zurückfährt, kommt entspannt zu Hause an. Manchmal merkt man erst, wie schön die Natur ist, wenn man durch sie radelt. Aus dem Auto heraus geht die Landschaft viel schneller an einem vorbei. Auf dem Fahrrad sieht man noch viel mehr. Es ist auch gesund, regelmäßig in der Natur zu sein, die Stimmung verbessert sich, man hat weniger negative Gedanken und erlebt weniger Stress. Auch die mentale Müdigkeit nimmt ab. Im Freien zu sein, hilft dem Körper, ausreichend Vitamin D zu bilden.
Bleibt die Frage nach dem optimalen Fahrrad. Egal ob klassisches Hollandrad, Rennrad, Touren-, Trekking- oder Mountainbike: man sollte den Fokus auf eine solide Verarbeitung legen und sich im qualifizierten Fachhandel beraten lassen. Wichtig sind auch Ergonomie und Sicherheit: so sollte das Rad richtig eingestellt sein (Sitzhöhe), um Nacken- oder Knieschmerzen zu vermeiden. Zudem sollte die Bremsanlage regelmäßig überprüft werden. Zum Zubehör gehört in jedem Fall eine Luftpumpe, ein Reparatur-Kit – beispielsweise für den Fall eines platten Reifens -, eine ordentliche LED-Beleuchtung und ein gut sitzender Helm der vor Kopfverletzungen bei Stürzen schützt. So ist man bestens gerüstet, um die Abenteuer und die einzigartige Freiheit zu erleben, die nur auf zwei Rädern gefunden werden können. Gute Fahrt. OH



