Die Küche wächst über sich hinaus:
Ob Neubau oder Renovierung im Bestand – im zeitgemäßen Grundriss ist kein Platz mehr für trennende Wände. Vielmehr rückt der Ort der Essenszubereitung ins Zentrum des Geschehens. Damit die Interaktion nicht nur kommunikativ, sondern auch optisch perfekt gelingt, sind individuelle, hochwertige Lösungen für Küchen gefragt, die das Kochen, Essen und Wohnen harmonisch vereinen. Fakt ist: Wird der Blick nicht durch Wände gestoppt, wirken Räume größer. Dies ist ein großer Vorteil und verspricht ein Plus für mehr Lebensqualität. Die entstandene Weitläufigkeit lässt sich zudem durch weitere Elemente unterstützen. Dazu gehören unter anderem ein Designkonzept mit nur wenigen deutlich voneinander abgesetzten Farben, eine ausgesuchte Möblierung mit klaren Linien und eine durchdachte Beleuchtung. Das großzügige Raumgefühl entsteht durch ein harmonisches Gesamtbild, das sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugt.
Wenn die Küche mit dem Wohnraum verschmelzen soll, ist gut durchdachtes Design entscheidend. Soll diese durch eine offene Raumgestaltung zum zentralen Treffpunkt werden, rücken die Aktivitäten ebenfalls näher zusammen und damit auch die Menschen. Das gemeinsame Kochen, Essen und Verweilen wird von wohnlichen Elementen unterstützt: Eine Insellösung etwa trennt die Küche optisch vom Wohnraum und bietet – durch angegliederte Sitzgelegenheiten an Bartischen oder an den Kochinseln selbst – ein geselliges Miteinander. Für Leichtigkeit sorgen helle Farben wie Weiß oder Beige und natürliche Töne. Dunklere Nuancen derselben Farbwelt oder Schwarz, sind ein guter Kontrast und eignen sich perfekt für gestalterische Akzente. Apropos Insellösungen: sie gehören zu den Top-Ten auf den Wunschzetteln von Küchenkäufern und das zu Recht, denn sie fördern die Kommunikation bei der Essenszubereitung und sind je nach Ausstattung Kochstelle, Spülplatz, Arbeitsfeld sowie beliebter Thekenplatz. Und das Beste: Für (fast) jede Raumgröße gibt es eine passende Lösung. Auch in kleineren Räumen lassen sie sich – mit gut durchdachter Planung – realisieren. Zwar gilt: Je großzügiger der Grundriss, desto komfortabler ist die freistehende Insel, doch bereits ab etwa 15 Quadratmetern kann eine kompakte Variante realisiert werden. Die Lösung in vielen Räumen ist eine Halbinsel, die an eine Wand oder die Küchenzeile anschließt. Sie benötigt deutlich weniger Fläche als die klassische Lösung und schafft dennoch einen spürbaren Mehrwert, denn auch diese Variante erweitert die Arbeitszone und bietet zusätzlichen Stauraum. Auf Wunsch können selbst hier die Spüle oder das Kochfeld in die Halbinsel eingebaut werden.
Große, offene Räume verlangen geradezu nach einer Inselküche. Nicht nur, weil ein frei stehender Block aus edlen Materialien wie Stein oder Holz beeindruckend wirkt – er ist auch äußerst praktisch. Eine Insel bietet viel Stauraum, eine großzügige Arbeitsfläche und je nach Planung auch Platz für Kochfeld oder Spüle. Vor allem sind Inseln kommunikativ: Beim Vorbereiten, Kochen und Anrichten bleibt man mühelos mit der Familie oder Gästen im Gespräch. Eine große Küche verträgt auch starke Farben. So strahlt sie in Schwarz oder Anthrazit besondere Klasse aus. Die Bandbreite an Farben, Materialien und Ausstattungsvarianten ist nahezu unbegrenzt. Lackfronten stehen hierbei hoch im Kurs: die stylische, glänzende Optik und die große Farbauswahl machen sie zu einem echten Highlight. Echtlack bietet hierbei einen brillanten Glanz mit Tiefenwirkung. Umlaufend lackierte Kanten ohne Fugen sind ein weiteres Erkennungszeichen hochwertiger Fronten. Sie sind dicht versiegelt und damit sehr strapazierfähig. Echter Lack ist leicht zu reinigen, allerdings muss man bei der Wahl des Putzmittels vorsichtig sein.
Inselvarianten können aber noch weit mehr sein als Stauraum und Arbeitsfläche – sie eignen sich hervorragend als zusätzliche Essplätze oder sogar als Ersatz für einen separaten Tisch. In kleineren Räumen entsteht so ein multifunktionaler Bereich, der Kochen, Essen und manchmal auch das Arbeiten im Homeoffice verbindet. Ist die Insel in Arbeitshöhe geplant, kombiniert man sie meist mit Barhockern und nutzt sie als Frühstückstheke oder für schnelle Mahlzeiten. Wesentlich komfortabler wird es auf Sitzhöhe, denn hier lassen sich auch längere Abendessen entspannt genießen. Wichtig ist eine ausreichende Beinfreiheit: Etwa 30 bis 35 Zentimeter Überstand der Platte und mindestens 60 Zentimeter Breite pro Sitzplatz gelten als Richtwerte. Dann funktioniert der integrierte Esstisch auch ergonomisch perfekt.
Bei offenen Wohnkonzepten wird die Frage nach genügend Stauraum umso wichtiger, denn er sorgt dafür, dass alles in Reichweite und gleichzeitig gut untergebracht ist – von Töpfen und Pfannen über Besteck, Teller und Schalen bis zur Dekoration für den gedeckten Tisch. So unverzichtbar sie auch sind: sie alle sind nicht ständig in Gebrauch. Deshalb benötigen sie einen optimalen Platz, wo sie griffbereit auf ihren Einsatz warten können. Stauraum ist fraglos einer der am häufigsten benutzten Begriffe, wenn es um die Küchenplanung geht. Und zwar völlig zu Recht. Denn was nützt die schönste Optik, wenn im Alltag die Organisation versagt. Dabei sollte der Stellplatz selbst auch individuell und dekorativ sein: dafür bieten sich deckenhohe Schranklösungen genauso an wie individuelle Einbaulösungen und rundum clever genutzte Kücheninseln. Hinter grifflosen Fronten versteckte Schubladen und Regale maximieren den Platz für alles, was nicht immer sichtbar sein muss, Glasvitrinen bieten gleichzeitig Schutz, damit Dekoratives nicht ständig gereinigt werden muss. Beides ist ideal, um eine offene Koch- und Wohnlandschaft funktional und behaglich zu gestalten.
Was die Materialien von Arbeitsplatten, Nischen und Böden anbelangt, so erfreut sich vor allem Naturstein großer Beliebtheit. Auch Spülbecken aus Stein sind im Kommen. Das liegt unter anderem daran, dass jeder Naturstein ein Unikat ist. Einzigartig in ihrer Optik sind aber auch Kunststeinvarianten. Zudem bieten sie eine größere Auswahl an Farben und Formen sowie weitere Vorteile. Sie gelten als nahezu unverwüstlich, was nicht zuletzt daran liegt, dass ihr Hauptbestandteil echter Stein ist. Neben Quarzkomposit, der Quarzpartikel mit Harz vereint, gibt es auch Marmor- und Granitkomposite. Sie alle haben das Aussehen von Naturstein, sind jedoch pflegeleichter und nicht so anfällig für Verfärbungen. Andere Kunststeinvarianten bestehen aus in Harz gebundenen Marmorchips, Glas oder anderen Materialien (Terrazzo) oder aus Zement mit Sand und Farbpigmenten. Nicht zuletzt lässt sich aus Keramik vieles für die Küche fertigen, was wie Naturstein aussieht, pflegeleicht und beständig ist und auf dem Boden, an Wänden und als Arbeitsplatte zum Einsatz kommt. Eine weitere Möglichkeit für mehr Glanz sind – etwa als Rückwand – Glaspaneele. Auch Holz ist sehr gefragt: denn kein anderes Material steht so für Wärme und Behaglichkeit. Es ist nicht nur schön, sondern auch unglaublich vielfältig und der Einsatz in der Küche nahezu überall möglich. Die einzigartige Haptik des nachwachsenden Rohstoffs hat zu Recht viele Fans. Holznachahmung findet in erster Linie als Laminat statt. Nicht zuletzt sind Keramikfliesen mit Holzdekor eine weitere Möglichkeit, um für ein edles Ambiente zu sorgen.
Auch der Beleuchtung kommt in der Küche eine besondere Bedeutung zu. Bei der Zubereitung – wenn mit scharfen Messern und heißen Töpfen hantiert wird – ist eine gute Sicht auf die Dinge oberste Pflicht. Und später, beim Essen, sorgen dann dimmbare Akzentleuchten für Wohlfühlatmosphäre. Versteckte, stufenlos dimmbare LED-Bänder beispielsweise, beleuchten Ausstellungsstücke mit indirektem Licht und spenden schattenfreie Helligkeit am Spülplatz oder Herd. Die Stirnseite von Einbauschrankelementen ist oft verlorene Fläche. Mit durchlaufenden LEDs in Szene gesetzt, geht der Bonusplatz weit über seine reine Funktionalität hinaus. Leicht getönte Glasfronten erzeugen einen zeitgemäßen Industrial Style in luxuriöser Version, sie tönen auch das Licht der in den Rahmen integrierten LED-Röhren und erzeugen eine freie Helligkeit. So werden Schrankinhalt und Umgebung gleichermaßen in eine warme Lichtstimmung getaucht. OH
Foto: 123 Küchen/Resopal


